In Hedersleben sind es 62,9 zu 26,4 Prozent. Gleichzeitig profitieren CDU, SPD, Grüne und Linke bei der Briefwahl zum Teil erheblich. Die entscheidende Frage drängt sich deshalb auf: Sind das lediglich unterschiedliche Wählergruppen – oder zeigen die Ergebnisse statistische Auffälligkeiten, die genauer untersucht werden müssen? Und hat die Briefwahl am Ende sogar verhindert, dass die AfD um Ulrich Siegmund die absolute Mehrheit erreicht?
Eine Auswertung der 2.661 Wahlbezirke der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 zeigt erhebliche Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwahlergebnissen. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei der AfD. Landesweit erreicht sie nach der Auswertung der einzelnen Bezirke bei den Zweitstimmen in den Urnenwahlbezirken 51,20 Prozent, in den Briefwahlbezirken dagegen lediglich 24,27 Prozent. Die Differenz beträgt damit 26,93 Prozentpunkte.
Bei anderen Parteien verläuft die Abweichung in die entgegengesetzte Richtung: Die CDU erreicht bei der Briefwahl 24,30 Prozent gegenüber 14,55 Prozent an der Urne, die SPD 13,53 gegenüber 7,69 Prozent, die Grünen 12,87 gegenüber 7,44 Prozent und die Linke 11,03 gegenüber 7,62 Prozent. Beim BSW fällt der Unterschied mit 5,97 gegenüber 5,00 Prozent wesentlich geringer aus.
Noch deutlicher werden die Unterschiede, wenn nicht das gesamte Land miteinander verglichen wird, sondern einzelne Briefwahlbezirke dem Urnenwahlergebnis ihres jeweiligen örtlichen Umfeldes gegenübergestellt werden. Unter diesem Gesichtspunkt finden sich außergewöhnlich große Abweichungen. In Mertendorf erreicht die AfD im untersuchten Briefwahlbezirk 24,5 Prozent gegenüber 63,2 Prozent bei der Urnenwahl, eine Differenz von minus 38,6 Prozentpunkten. In Hedersleben stehen 26,4 Prozent Briefwahl 62,9 Prozent Urnenwahl gegenüber, mithin minus 36,5 Punkte. Es folgen ein Magdeburger Briefwahlbezirk mit 5,5 gegenüber 41,5 Prozent und damit minus 36,0 Punkten, Obhausen mit 24,8 gegenüber 60,5 Prozent und minus 35,7 Punkten sowie Meineweh mit 27,9 gegenüber 63,0 Prozent und minus 35,1 Punkten.
Weitere besonders große Abstände finden sich in Querfurt mit minus 34,9 Punkten, Ballenstedt mit minus 33,9, Helbra mit minus 33,8, Bad Lauchstädt und Stendal mit jeweils rund minus 33,7 sowie Havelberg, Wimmelburg, Quedlinburg, Halle, Stößen, Egeln, Ausleben und Ahlsdorf mit Differenzen von jeweils rund 33 Prozentpunkten.
Interessant ist dabei auch, wohin sich die bei der AfD fehlenden Prozentpunkte verteilen. In Mertendorf liegt die AfD bei der Briefwahl gegenüber dem örtlichen Urnenwahlergebnis um 38,6 Prozentpunkte niedriger, während die CDU um 18,8 Punkte, die SPD um 7,3 Punkte, die Grünen um 6,1 Punkte und das BSW um 3,6 Punkte höher liegen. In Hedersleben beträgt die AfD-Differenz minus 36,5 Punkte; gleichzeitig gewinnt die CDU bei der Briefwahl gegenüber der Urnenwahl 22,5 Punkte, die SPD 5,5, das BSW 3,7 und die Linke 3,4 Punkte hinzu. In einzelnen städtischen Briefwahlbezirken zeigt sich dagegen ein anderes Muster. In Magdeburg BW 9015 liegt die AfD rund 36 Prozentpunkte unter dem örtlichen Urnenwahlniveau, während die Grünen rund 29,4 Punkte darüber liegen. Ähnlich verhält es sich in Halle BW 90009: Dort beträgt die negative AfD-Abweichung rund 33,4 Punkte, während die Grünen etwa 29,4 Punkte über dem entsprechenden Urnenwahlniveau liegen.
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Statistisch deutet das auf strukturelle Manipulation. Ein Beweis ist es noch nicht. Briefwähler und Urnenwähler könnten sich hinsichtlich Alter, Bildung, Wohnlage und politischer Präferenzen erheblich unterscheiden. Hinzu kommt insbesondere in größeren Städten die Frage, welchen konkreten Urnenwahlbezirken ein Briefwahlbezirk organisatorisch zugeordnet ist. Gerade extreme Werte einzelner Magdeburger oder Hallenser Briefwahlbezirke können deshalb zumindest teilweise durch die besondere Zusammensetzung der dort erfassten Briefwähler entstehen.
Wahrscheinlich ist das nicht!
Für eine belastbare weitere Untersuchung müssten sämtliche 511 Briefwahlbezirke eindeutig den jeweils sachlich zugehörigen Urnenwahlbezirken oder Vergleichsräumen zugeordnet werden. Anschließend sollten die Abweichungen für alle Parteien berechnet und nicht nur die größten Differenzen herausgegriffen werden. Dabei wäre zu prüfen, ob die Unterschiede landesweit einem konsistenten Muster folgen, ob sie in bestimmten Regionen oder bei bestimmten Wahlämtern gehäuft auftreten und ob sie mit der Zahl der Briefwähler, der Wahlbeteiligung oder soziodemografischen Merkmalen zusammenhängen. Zusätzlich müssen die Rohdaten, Niederschriften der Wahlvorstände, Zahl der beantragten und zurückgewiesenen Wahlscheine sowie mögliche Korrekturen und Nachzählungen überprüft werden. Auch ein Vergleich mit früheren Wahlen zeigt, ob die beobachteten Muster neu sind oder regelmäßig auftreten.
Erst danach lässt sich seriös beurteilen, ob es sich um normale Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwählern, um besondere lokale Wählerstrukturen oder um statistisch ungewöhnliche und erklärungsbedürftige Ausreißer handelt. Für die Frage, ob die Briefwahl Siegmund beziehungsweise die AfD die absolute Mehrheit gekostet hat, ist außerdem eine konkrete Gegenrechnung erforderlich: Wie sähe das Gesamtergebnis aus, wenn die Briefwähler tatsächlich in demselben Verhältnis gewählt hätten wie die Urnenwähler? Die bislang festgestellte Differenz von fast 27 Prozentpunkten ist jedenfalls groß genug, dass diese Frage rechnerisch untersucht werden muss.
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Kommentar von Ronald Kluge
Man kann natürlich der einfachen These folgen, dass AfD Wähler explizit an die Urne gerufen werden, während Altparteienwähler explizit zur Briefwahl aufgerufen werden und deshalb die Unterschiede entstehen.
Nur erstaunt es dabei, daß im Laufe der letzten 20 Jahre die Briefwähler kontinuierlich immer weiter ansteigen, während die Urnenwähler aber nicht weniger werden, sondern konstant bleiben.
Gut zu beobachten bei den LT Wahlen in Sachsen im September 2024... Briefwähler: 2009 12%, 2014: 16%, 2019: 28%, 2024: 36%. Nun sollte man meinen daß diese 16% 2019 oder 24% 2024 bei den Urnenwählern fehlen... Aber weit gefehlt! Den Urnenwählern fehlen keine Wähler! 2009: 45%, 2014: 40%, 2019: 45%, 2024: 42%. Über Jahre nahezu konstant. Die Wahlbeteiligung steigt aber von 57% auf 78%! Gäbe es durch Zuzug mehr Wahlberechtigte würde aber die Wahlbeteiligung gleichbleiben. Das ist aber nicht der Fall. Sie steigt durch den Anstieg der Briefwähler drastisch an.
Wir haben 2024 also 24% mehr Briefwähler als 2009, aber nur 3% weniger Urnenwähler! Wo kommen diese 21% zusätzlichen „Briefwähler“ her?? Aus dem Nichts?? Wahlbriefe die eingestreut werden und an manchen Orten, wie bei Königstein, zu 117% Wahlbeteiligung führten? Dem sollte man doch mal nachgehen!
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Kommentar von Malek Tahir
An die Zweifler der Wahlbetrugsthese von Alexander: Und was bitte ist mit den doppelt versendeten Briefen oder der zufällig aufgefallenen Wahlmanipulation in einem Pflegeheim, wo eine Pflegerin auf Anfrage eines Mannes, der der rechtliche Betreuer seiner an Demenz erkrankten Tante ist, angegeben hat alle Wahlscheine der Patienten versehentlich geschreddert zu haben, sich dann aber durch seine private Recherche herausgestellt hat, das jemand aus dem Pflegeheim widerrechtlich für alle Patienten die Wahlscheine eigenmächtig mit Kreuz bei den Altparteien ausgefüllt hat (der örtliche Wahlleiter hat das auf Anfrage bestätigt)? Demenzkranke sind eben keine Personen die sich an die Wahlurne begeben können um ihr Kreuz bei der AFD zu machen und auf die Bruefwahl angewiesen sind. Das war jetzt wie gesagt nur eine zufällig entdeckte Wahlmanipulation. Wer weiß wo und wie oft das sonst noch passiert ist. Wenn man bedenkt dass das alles staatliche Einrichtungen sind wo Pfleger arbeiten die eher dem linken Milieu anzurechnen sind die sich die Gelegenheit des legalen Betrugs durch Briefwahlmanipulation nicht nehmen lassen, dann fällt es einem auch nicht schwer zu glauben das hier ein systematischer Betrug stattgefunden hat. Diese Möglichkeit des legalen Betrugs hat auch Tino Chrupalla bereits mehrmals angesprochen. Früher war eine Briefwahl nur in Ausnahmefällen erlaubt, wurde dann aber legalisiert um den Altparteien einen Hebel in die Hand zu drücken, Wahlen zu ihren Gunsten zu verändern. Genauso wie das 2019 beschlossene Gesetz, welches erlaubt das Menschen mit Demenz ebenfalls wählen dürfen, obwohl sie doch eigentlich gar nicht in der Lage sind politische Inhalte zu erfassen. Ist natürlich alles nur Zufall, ja klar
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Kommentar von Andreas Koch
Sehr geehrter Herr Schmitz.
Ich beschäftige mich bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Manipulation von Wahlen und Abstimmungen. Habe hier in meinem Wahlkreis in Niedersachsen auch bereits Dinge angezeigt. Mit Herrn Wallasch hatte ich dazu bereits Kontakt, er hatte aber keine Zeit sich der Sache anzunehmen.
Ich habe mich dazu auch mit einem Mathematiker über statistische Auffälligkeiten ausgetauscht und ganz so einfach ist es nicht. Es reicht nicht aus einfach Zahlen gegenüber zu stellen. Alleine die Größe der einzelnen Wahlkreise kann schon Unterschiede aufweisen.
Zudem bin ich der Meinung, dass die AfD Wähler eher ihre Stimme persönlich abgeben, als per Briefwahl zu wählen. Dazu dürfte die vorherige Berichterstattung bezüglich vermeintlicher Manipulationen beigetragen haben.
Viel interessanter finde ich folgende Ansätze, wie zum Beispiel mit zurückgewiesenen Stimmen bei den Wahlbriefen. Diese tauchen nämlich nicht in der Statistik auf. Diese Stimmen zählen nicht und gelten, wie nicht abgegeben. Man könnte eigentlich von ungültig ausgehen, aber dem ist nicht so.
Oder das Thema „Karteileichen“ in den Einwohnermeldeämtern. Damit meine ich Menschen, die unbekannt verzogen, oder zum Beispiel verstorben sind und nicht aus den Listen entfernt wurden. Wenn zu diesen Wahlbenachrichtigungen versendet werden lassen sich mit den Rückläufern eine Direkt- oder Briefwahl durchführen. Alleine bei dem Umgang mit den Rückläufern von Wahlbenachrichtigungen gibt es regionale Unterschiede. Manche werden zum Absender zurückgesendet, andere bei der Post gesammelt. Hier ein Artikel zum Thema Karteileichen in einer Kleinstadt in Niedersachsen.
https://www.az-online.de/uelzen/bad-bevensen/einwohnerzahl-in-bevensen-ebstorf-wie-viele-karteileichen-gibt-es-93596043.html
Ich habe da einige Dinge beobachtet und dokumentiert. Falls es Sie interessiert können Sie sich gerne melden und wir tauschen uns darüber aus.
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Kommentar von Axel Berger
Weil auch hier immer wieder das falsche angedeutet wird: Beim Auszählen der Briefwahlstimmen entstehen keine Fehler oder nicht mehr als bei den Urnenstimmen. Das Problem liegt ganz woanders.
Niemand kann kontrollieren, wer die Briefwahlunterlagen angefordert und den Stimmzettel ausgefüllt hat. Und wenn es der Wahlberechtigte selbst war, weiß niemand, ob er den Stimmzettel unbeaufsichtigt, geheim und ohne Zwang ausfüllen konnte. Auch nach dem Verfassungsgerichtsurteil von 2013 muß Briefwahl die deutliche Ausnahme bleiben. Tut sie das nicht mehr, was schon lange der Fall ist, muß nach dem Urteil die Regelung von 2008 wieder abgeschafft werden. Das Urteil hat auch heute Rechtskraft.
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Kommentar von Wilfried Kramer
Um zu klären, ob das auffällig ist, dafür brauchen wir Zahlen. Wie hoch ist der Anteil der Briefwähler unter den AfD-Wählern im Vergleich zu anderen Parteien? Diese Zahlen brauchen wir zum Vergleich aus anderen Quellen als den Wahlergebnissen. Umfragen z.B. sollten das klären können. Erst mit dieser Angabe kann man prüfen, ob es etwas statistisch auffälliges gibt.
Die AfD betreibt eine Anti-Briefwahl Kampagne, andere pro Briefwahl. Wenn das Wirkungen hat sind Abweichungen zu erwarten.
Die Verhältnisse der anderen Parteien zueinander sind bei Brief- und Urnenwahl ziemlich ähnlich. Es gibt also schon einmal keine spezielle Bevorzugung einer bestimmten Partei. Denkbar wäre höchstens noch eine Unterdrückung von AfD-Stimmen. So ehrlich sollte man schon sein.
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Kommentar von Palmström
Der alte Herr Gaus hätte jetzt sicher ein Problem wie er das erklären sollte. Rein mathematisch geht das nicht, da die AfD die meisten Zweitstimmen und fast alle Erststimmen geholt hat. Auch entspricht das Briefergebnis keiner Vorhersage. Ausgerechnet in Deutschland versagt die Wahrscheinlichkeitsberechnung und Normalverteilung.
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Kommentar von Ombudsmann Wohlgemut
Sehr unsinniger Artikel.
Sicherlich wird irgendwo wieder betrogen worden sein, aber man muss es halt auch irgendwie nachweisen können.
Dass aber die AfD viel weniger Briefwähler hat, wo man doch die Briefwahl bereits als Hauptbetrugsmittel identifizierte und die Partei aktiv davor warnt, ist doch für jedes Kind offensichtlich nachvollziehbar.
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Kommentar von Bert Weise
Laut Google-KI gab es die bisher größte Diskrepanz zwischen Brief- und Urnenwahl bei allen Parteien außer der AfD bei der Landtagswahl 1994 in Bayern. Die Diskrepanz betrug damals 4,2 Prozentpunkte.
Briefwahl stinkt!
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Kommentar von Eugen Karl
Nach jeder Wahl dasselbe: die Briefwahl! Es ist doch logisch, daß die Partei, die ihre Wähler immer wieder vor der Briefwahl warnt und empfiehlt, an der Urne zu wählen, am wenigsten Briefwähler hat. Alles andere wäre verwunderlich.
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Kommentar von Pat Mair
Sehr wichtiger Artikel.
Und ja, bereits jetzt WISSEN wir, dass durch mehrmaliges Zusenden der Briefwahlunterlagen "Fehler" passiert sind. Warum haben die Altparteien Angst vor Aufarbeitung?
Diese Briefwahl muss in der jetzigen Form abgeschafft werden. Wie in Frankreich.
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Kommentar von Icke aus Berlin
Man kann es aber auch übertreiben. Ich will nicht abstreiten, dass es bei den "Guten" auch welche gibt, die es für gerechtfertigt halten, auch eine Wahl zu manipulieren, wenn damit die AfD verhindert werden kann, und dass hier und da geschummelt wird.
Aber wenn die AfD ihre Wähler während des gesamten Wahlkampfes auffordert, wenn irgendwie möglich am Wahltag an die Urne zu gehen, weil bei der Briefwahl die Gefahr von Manipulationen am höchsten ist, dann muss man sich nicht wundern, dass die AfD Wähler das auch tun.
Gleichzeitig müssen sich die Wähler aller anderen Parteien keine Gedanken machen, dass ihre Briefwahlstimmen verlustig gehen oder bei der Auszählung aus versehen auf dem falschen Stapel landen, und können den bequemen Weg der Briefwahl gehen.
Das hat aber zwangsläufig zur Folge, dass der Stimmenanteil der AfD in den Wahllokalen weit höher ist als bei der Briefwahl.
Man muss schon aufpassen, dass man sich mit solchen Verdächtigungen nicht lächerlich macht.